Welt des Whiskys

Welt des Whiskys
mit Miguel Montfort
vom 03. bis 07. Juni 2018

 

Für die einen ist er flüssiges Müsli, für die anderen flüssiges Sonnenlicht – Whisky. Für die meisten wohl Synonym, ganz sicher aber das quintessentielle Abbild seiner Heimat Schottland. Schottischer Whisky „destilliert“ im eigentlichen Sinne auf wunderbar geheimnisvolle Weise die Aromen seiner Landschaft, seines Terroirs: den „Kokosduft von warmem Stechginster, nassen Seetang auf dem von der Sonne heißen Sand, die Zartheit von Wildkirschenblüten. Dann ist da die Parfümschwere von Heidekraut, die Öligkeit der Sumpfmyrthe, geschnittenes Gras und unzähligen Torfaromen: Räucherkaten und Lagerfeuer am Strand, Austernschalen und Salzlake. Dann sind da Gerüche und Düfte aus anderen, fernen Ländern wie Tee und Kaffee, Sherry, Rosinen, Kreuzkümmel, Zimt und Muskatnuss.“ (Whiskyautor Dave Broom).
Das alles lässt sich nachlesen, zu Hause – mit Muße und der entsprechenden Flasche – nachvollziehen. Und obwohl jede Brennerei den Whisky auf mehr oder weniger gleiche Weise erzeugt (sie mälzt, mahlt, maischt, vergärt, destilliert und den Brand in Eichenfässern reift), ist das Uisge-beatha, das „Wassers des Lebens“, immer wieder anders. Und doch immer wieder Schottland. Daher: ad fontes, auf zu den Quellen!
Erste Etappe unserer Quellenforschung vor Ort, ist die distillery Auchentoshan am westlichen Stadtrand von Glasgow, eine der wenigen Brennereien in den Lowlands und die letzte der Region, die ihren bemerkenswert leichten, ungemein subtilen Whisky noch komplett dreifach destilliert. „Ein Auchentoshan („Auchie“, wie er liebevoll genannt wird) sollte süß mit malzigen Noten und zitrusfruchtig sein, und mit zunehmendem Alter ins Haselnussige gehen.“ (Blender Iain McCallum) – ein Profil, dem wir im Verlaufe einer ausgiebigen masterclass (bei der auch die ausschließlich in der Brennerei erhältlichen Einzelfassabfüllungen eine Rolle spielen) auf den Grund gehen werden.
Unsere zweite Etappe führt zu Glengoyne, ebenfalls in der Glasgower Nachbarschaft, aber schon ganz und gar (weil oberhalb der geografischen Verwerfung, die das schottische Hochland von den Lowlands trennt) in den Highlands. Diese in einem kleinen Tal unterhalb des Vulkankegels Damgoyne gelegene Brennerei, gilt als eine, wenn nicht gar die „most beautiful distillery in Scotland“: beispielhaft ästhetische Architektur, ein spektakulärer Wasserfall und, last not least, ein großartiger malt von beeindruckender Kraft und Frucht, der heute klar zu den (ungetorften) Besten am Markt gehört . Auch hier vertiefen wir unsere Kenntnisse entsprechend, vor allem im Rahmen eines Private-Dining-Menüs, bei dem zu jedem Gang ein anderer Glengoyne-Whisky gereicht wird.
Tag Nummer zwei und dritte Etappe unserer Tour: Highland Park. Et in Orcadia ego … – kartographisch „Ultima Thule“, die nördlichste aller Brennereien Schottlands. Und sollte nicht eine distillery auf den Shetland-Inseln gebaut werden, wird die Brennerei in Kirkwall auf der Hauptinsel der Orkneys, die nördlichste bleiben. Wollte man schottische distilleries ähnlich wie die Médoc-Châteaux klassifizieren, stünde die 1798 gegründete Brennerei gerechterweise auf einer Stufe mit Lafite-Rothschild, Latour, Margaux, Mouton-Rothschild und Haut-Brion: ein Premier Cru. Der Hausstil: sehr aromatisch, klassischerweise mit Sherryeinfluss (obschon mittlerweile einige nahezu „bourbon only,“-Abfüllungen existieren) Heidehonig, etwas Toffee, Gewürznoten, zart rauchig-torfig, leicht trockenes Finish und immer von hervorragender Balance.
Und weil diese Brennerei auf den wild-romantischen Orkneys so anders ist – „Orkney is unlike the rest of Scotland, in landscape, in culture, in people – and in whisky“ (Dave Broom), soviel zu bieten hat, beginnen wir ganz relaxt mit einem kleinen Get-together, sondieren das Terrain und verkosten ein paar drams aus der „Reiseapotheke“, bevor es dann am nächsten Tag heißt: Highland Park – total immersion!, eine auf- regende Reise, auf der wir die Geheimnisse und Geschichte der Insel, der Brennerei sowie natürlich der preisgekrönten Whiskys, inklusive der brandneuen Abfüllung namens Valkyrie“ kennenlernen werden.
Die vierte Etappe (am vierten Tag) führt uns in die Region Speyside und zu zwei ihrer (zu Recht!) berühmtesten Vertreter. Erste Station: The Glenrothes. Die bis vor einigen Wochen zum aristokratischen Londoner Haus Berry Brothers & Rudd (dem vermutlich ältesten, sicherlich vornehmsten Weinhändler im Business) gehörige Brennerei, verfolgt ein vergleichsweise ungewöhnliches Konzept. Statt jahraus, jahrein den immer selben 8, 10 oder 12 Jahre alten Whisky nach einer mehr oder minder starren Rezeptur auf Flaschen zu ziehen, vermählt man nur Whiskys eines Jahrgangs mitein-ander, lässt sie reifen und bringt sie, auf dem Zenith ihrer Ausdrucksstärke und (imaginierten) Profils auf den Markt. Und das geht, wie kaum anders zu erwarten, auf.
Ein Whisky, der sich Zeit nimmt, reichhaltig, dabei nie schwer oder üppig, mit eleganter, nie vordergründig erschlagender Sherrynote, immer neue Variationen und Facetten des Zusammenspiels von Holz, Frucht, Gewürzen und Honig: sophistication und understatement.
Fünfte und letzte Etappe: The Macallan. Die 1824 gegründete distillery gilt vielen Whiskyenthusiasten – allen voran der unvergessene beer hunter und Whiskychronist Michael Jackson – als Rolls Royce unter den Speyside-Brennereien: „‘The Rolls-Royce of Single Malts’ is a soubriquet often bestowed upon this persistent winner of competitions“. Diese Beständigkeit, das Beharren auf Details, die den perfekten (soweit der Begriff auf Whisky überhaupt angewendet werden kann) Single Malt garantieren sollen, ist durchaus mit dem Royce’schen Credo „Strive for perfection in everything you do. Take the best that exists and make it better. When it does not exist, design it“ vergleichbar. Besonders deutlich wird dies hinsichtlich des Fassmanagements – es gibt wohl kaum eine distillery, die sich mit soviel Hingabe und finanziellem Einsatz dieses Themas annimmt. Nicht umsonst existiert bei Macallan ein „Master of Wood“, der auch scherzhaft als „Sultan of Sherry“ bezeichnet wird. Und die Zeichen der Zeit weisen gen Andalusien, Macallan widmet sich dem Sherry-Thema mit Nachdruck und brillanten Ergebnissen, die Sie im legendären Stammhaus Easter Elchies House (das auf jedem Macallan-Etikett abgebildet ist) im Rahmen eines tastings kennenlernen werden.

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